Der 9. November markierte in der deutschen Geschichte häufig einen epochalen
Wendepunkt. Das jüngste historische Ereignis an diesem Tag war der Fall der
Berliner Mauer im Jahr 1989, die 28 Jahre lang die beiden deutschen Staaten
teilte. Am gleichen Datum 51 Jahre* zuvor fand die gewaltsame
Judenverfolgung in Deutschland einen ersten Höhepunkt. In der Nacht zum 9. November 1938 wurden auf
Geheiß der nationalsozialistischen Führungsriege in ganz Deutschland Läden
und Wohnungen jüdischer Mitbürger geplündert und zerstört, Synagogen in
Brand gesetzt und Juden ermordet. Der Tag ging als
Reichspogromnacht in die Geschichtsbücher ein. Doch die Ereignisse um das
historische Datum reichen noch weiter zurück - ein Überblick.
Reichspogromnacht am 9. November 1938: Als in Deutschland die Synagogen brannten
Im November 1938 initiierte die
NS-Führung den Gewaltexzess gegen jüdische Deutsche. Gotteshäuser und
Geschäfte wurden verwüstet, Menschen erniedrigt, getötet oder ins KZ
geschafft. Aufnahmen aus dem Archiv von SZ Photo. zum Artikel
Nichts sehnten die Deutschen im Herbst 1918 mehr herbei als den
Frieden. Und nichts machte ihnen mehr Angst als das Kriegsende. Einblick
in das zerrissene Seelenleben eines Volkes.
Die Angst vor der Zukunft, sie nagt an ihm, raubt ihm den Schlaf.
Nikolaus Ritter von Endres ist im Ersten Weltkrieg mit dem Eisernen
Kreuz und dem Tapferkeitsorden Pour le Mérite ausgezeichnet worden, in
den Adelsstand aufgestiegen und kommandiert das stolze I. Königlich
Bayerische Armeekorps.
Der Generalleutnant weiß: Der Krieg ist verloren. Die letzten
Verbündeten haben das Kaiserreich Ende Oktober 1918 verlassen, die
Doppelmonarchie Österreich-Ungarn ist zerbrochen, in Kiel rebellieren die Matrosen. Aufgewühlt sortiert Ritter von Endres am 3. November die Fragen, die ihn nachts quälen: weiterlesen
Mit der Kapitulation Deutschlands
endete am 11. November 1918 der Erste Weltkrieg. Millionen
Menschenleben hatten die Militärs des Kaisers da für ihre
Weltmachtträume verheizt. Die Verantwortung für die Niederlage schanzten
sie gerade noch rechtzeitig den Zivilisten zu - mit fatalen Folgen. zum Artikel
Von Berlin brach Gustav Hartmann
vor 90 Jahren per Droschke gen Paris auf. Ein Triumph der Langsamkeit:
Der alte Kutscher protestierte gegen Konkurrenz durch Motortaxis - und
wurde international wie ein Star gefeiert. zum Bericht
Mann gegen Mann in der
"Knochenmühle": Das Grauen von Verdun ist unvorstellbar. Historiker Gerd
Krumeich erklärt, was gerade diese Schlacht zum Inbegriff des sinnlosen
Gemetzels macht - und was sie uns lehrt.Ein Interview von Katja Iken
Organisator der Schwulenbewegung: Der Arzt und Sexualforscher Magnus Hirschfeld um 1930
Deutschland tut sich schwer mit
der Homo-Ehe, dabei wurde hier die Homosexualität erfunden, sagt Robert
Beachy. Wie er das meint und was das Ende des deutschen Kaiserreichs
für Homosexuelle bedeutete, erklärt der US-Historiker hier.
In der Nacht des 9. November 1938 brannten in Deutschland die Synagogen. Ruth Winkelmann
erlebte den Morgen danach in der jüdischen Mädchenschule in
Berlin-Mitte - und wie SA-Leute deren Eingang verbarrikadierten. Auf einestages berichtet die Berlinerin von dem Tag, an dem ihre Kindheit endete. zum Artikel
.
Es war ein aufregender Tag. In Berlin und in anderen Städten
versammelten sich die Menschen. Sie hatten vom Rücktritt Kaiser Wilhelms
II. (1859 – 1941) gehört. zum Artikel
Vor 90 Jahren versuchte Hitler in München zu putschen. Der Nazi-Aufstand
im November 1923 scheiterte auch am beherzten Eingreifen von Ellen
Ammann. Doch die Geschichtsschreibung hat die Rolle der
bayerisch-schwedischen Sozialpolitikerin weitgehend übersehen.
zum Artikel
1918, 1938,
1989: Der 9. November gilt als "Schicksalstag" in der deutschen
Geschichte. Er markiert den Beginn der ersten deutschen Republik, den
Pogrom gegen die jüdische Bevölkerung und den Fall der Berliner Mauer.
Jedes Jahr fallen an diesem Tag Feier- und Gedenkstunde zusammen.
Der 9. November markierte in der deutschen Geschichte häufig einen epochalen
Wendepunkt. Das jüngste historische Ereignis an diesem Tag war der Fall der
Berliner Mauer im Jahr 1989, die 28 Jahre lang die beiden deutschen Staaten
teilte. Am gleichen Datum 59 Jahre zuvor fand die gewaltsame
Judenverfolgung in Deutschland einen ersten Höhepunkt. In der Nacht zum 9. November 1938 wurden auf
Geheiß der nationalsozialistischen Führungsriege in ganz Deutschland Läden
und Wohnungen jüdischer Mitbürger geplündert und zerstört, Synagogen in
Brand gesetzt und Juden ermordet. Der Tag ging als
Reichspogromnacht in die Geschichtsbücher ein. Doch die Ereignisse um das
historische Datum reichen noch weiter zurück - hier geht es zu einem Überblick.
Rücksichtslos räumte Hitler gleich nach der Machtübernahme alle Gegner aus dem Weg. In einer eines tages-Serie zeichnet der Historiker Ernst Piper das entscheidende Jahr 1933 Monat für Monat nach.
Zweite Folge: Bei der Abschaffung der Demokratie kommt Hitler im Februar 1933 ein Zufall zur Hilfe: